Vorsorge-Koloskopie: Immer mehr Menschen gehen hin

„Die Vorsorgekoloskopie ist ein Erfolgsmodell. Das zeigen die Zahlen, die der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte seit 2006 jedes Jahr auf Grundlage der Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) analysiert“, berichtet der Verbandsvorsitzende Dr. Albert Beyer unter Verweis auf das seit fünfzehn Jahren bestehende Angebot des Darmkrebs-Screenings.

Im Jahr 2016 wurden 1,78 Mio. Koloskopien ambulant durchgeführt und damit gut 200.000 mehr als noch von zehn Jahren. „Die intensive Aufklärung der Bevölkerung und immer weiter verbesserte, patientenfreundliche Techniken der Untersuchung haben offensichtlich dazu beigetragen, Scheu und Bedenken der Menschen abzubauen“, resümiert Dr. Beyer. „Trotzdem dürfen wir in dem Bemühen nicht lockerlassen, die Bevölkerung zu motivieren und immer wieder darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um eine effektive Maßnahme handelt, mit der sich jeder vor der zweithäufigsten Krebstodesursache in Deutschland schützen kann.“

Besonders erfreulich ist die seit 2013 wieder wachsende Bereitschaft zur Vorsorgekoloskopie, die auch in 2016 um drei Prozent zugelegt hat. Neben zahlreichen Kampagnen zur Motivation ist dieser Effekt insbesondere auf die umfassende Qualitätssicherung und -dokumentation der Untersuchung im ambulanten Bereich zurückzuführen. „Die Bevölkerung weiß inzwischen, dass die Vorsorgekoloskopie in der Hand des niedergelassenen Magen-Darm-Arztes eine sichere, komplikationsarme und effektive Maßnahme zur Früherkennung ist“, so Dr. Beyer.

Die Information besonderer Risikogruppen mit familiärem Darmkrebsrisiko haben die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte aktuell durch ihre „Initiative familiärer Darmkrebs“ deutlich intensiviert. Insbesondere für Patienten mit familiärem Darmkrebsrisiko ist es wichtig, eine Vorsorgekoloskopie zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Angehörigen – und damit oftmals bereits vor dem gesetzlich vorgeschlagenen Alter von 55 Jahren – durchführen zu lassen. Die insgesamt gestiegenen Zahlen der Koloskopie lassen erfreulicherweise vermuten, dass dieses Angebot bereits jetzt vermehrt wahrgenommen wird.

Sport schützt und belebt – Aktiv gegen und mit Darmkrebs

Logo Magen-Darm-Ärzte„Regelmäßige körperliche Aktivität schützt nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern reduziert nachgewiesenermaßen auch das Risiko an Darmkrebs zu erkranken“, sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Was viele nicht wissen: Bewegung kommt den Patienten auch zugute, wenn sie an Darmkrebs erkrankt sind.“

Die Überlebenschancen von körperlich aktiven Darmkrebspatienten sind im Vergleich zu inaktiven Patienten rund 40 Prozent höher. Sie leiden weniger unter Erschöpfungssymptomen, fühlen sich leistungsfähiger und kommen auch psychisch mit ihrer Erkrankung besser zurecht. Ein Positionspapier der Stiftung LebensBlicke empfiehlt Krebspatienten pro Woche 150 Minuten moderates oder 75 Minuten intensives Ausdauertraining. Selbst Krafttraining ist möglich.

„Natürlich muss ein Bewegungsprogramm an die individuelle Situation des Patienten angepasst werden“, erläutert Dr. Mainz. „Das hängt zum einen mit dem Gesundheitszustand zusammen, zum anderen sicher auch mit dem Alter des Betroffenen. Außerdem können besondere Umstände, z. B. nach einer Operation, sportlichen Aktivitäten Grenzen setzen. Dennoch sollte jeder Darmkrebspatient im Rahmen seiner Möglichkeiten in Bewegung bleiben. Er wird davon profitieren.“

Warum Mobilität vor Darmkrebs schützt, den Krankheitsverlauf abmildert und die Überlebenschancen verbessert, ist nicht endgültig geklärt. Die Mediziner haben Hinweise, dass die aktive Betätigung Entzündungsreaktionen im Körper abschwächt und dabei insbesondere Faktoren zur Neubildung von Blutgefäßen günstig beeinflusst. „Hier gibt es sicherlich noch Klärungsbedarf“, sagt Dr. Mainz. „Aber schon jetzt kann kein Zweifel bestehen, dass die organisatorische und finanzielle Unterstützung von sportlichen Aktivitäten bei Darmkrebspatienten eine erfolgversprechende Maßnahme darstellt.“

Darmkrebskranke sollten Verwandte warnen

Logo Magen-Darm-ÄrzteMagen-Darm-Ärzte präsentieren Initiative bei der Vergabe der Burda Awards in Berlin

„Verwandte von Darmkrebspatienten haben ein hohes Risiko ebenfalls zu erkranken. Deshalb haben die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte eine Aufklärungsstrategie entwickelt, die sie im Rahmen der Vergabe der Burda Awards in Berlin vorgestellt haben. „Es ist uns gelungen, wichtige Entscheidungsträger und prominente Besucher für das Thema zu sensibilisieren“, sagt die Sprecherin des Berufsverbandes, Dr. Dagmar Mainz.

Die Stellwand mit den Hinweisen auf die Initiative „Familiärer Darmkrebs“ präsentierte das Anliegen der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte für jeden gut sichtbar im Foyer des Hotels Adlon Kempinski in Berlin, wo am Sonntag die Verleihung der Felix Burda Awards stattfand. Vertreter des Berufsverbandes standen den ankommenden Gästen Rede und Antwort und konnten in vielen Gesprächen auf die Bedeutung einer angemessenen Beratung von Betroffenen und ihren Angehörigen hinweisen.

Gesamten Artikel lesen

Immunologischer Test – Gute Ergänzung zur Darmkrebsvorsorge

Logo Magen-Darm-ÄrzteNach einem schleppenden Einführungsverfahren ist der immunologische Test auf verstecktes Blut im Stuhl seit 1.4.2017 endlich für Patienten ab 50 Jahren als Kassenleistung abrechenbar. „Das Verfahren ist eine Ergänzung für die Darmkrebs-Vorsorge, um Hemmschwellen in der Bevölkerung abzubauen“, sagt Dr. Franz Josef Heil vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte.

Der Berufsverband bleibt allerdings bei seiner Kritik an der Tatsache, dass sich die zuständigen Entscheidungsträger ausschließlich für den laborbasierten quantitativen Stuhltest entschieden haben. Der Arzt gibt den Test zwar an den Patienten ab und erklärt die Durchführung. Die Auswertung des Ergebnisses erfolgt dann im Labor. Bei positivem Testergebnis kann deshalb die unbedingt notwendige Beratung und Überweisung zur Darmspiegelung nicht mehr sofort erfolgen, sondern sie wird unnötig verzögert oder erfolgt nur noch schriftlich per Brief.

„Der Stuhltest eignet sich für Menschen, die schon vor dem Anspruchsalter von 55 Jahren für eine Darmspiegelung Vorsorge betreiben möchten. Das ist insofern sinnvoll, weil in der medizinischen Fachwelt schon lange darüber diskutiert wird, das Screening-Alter herabzusetzen“, erläutert der Vorsitzende des Berufsverbandes. „Der Test ist natürlich nicht so genau und nicht so gut wie die Darmspiegelung. Er ist aber ein niedrigschwelliges Angebot an Menschen, die zwar Vorsorge wünschen, aber eine Darmspiegelung scheuen. Nach einem positiven Testergebnis steht allerdings immer eine Darmspiegelung an, in deren Rahmen dann auch gleich alle Polypen und möglichen Darmkrebsvorstufen entfernt werden.“

„Wir bedauern, dass die Krankenkassen die zentrale Auswertung der Darmkrebsvorsorge nicht mehr finanzieren wollen, so dass die rechtlich vorgeschriebene Evaluierung des neuen Tests vermutlich nicht erfolgen wird“, bemängelt Dr. Heil. „Im Sinne der Qualitätssicherung ist das in unseren Augen unabdingbar.“

Initiative Familiärer Darmkrebs

Logo Magen-Darm-Ärzte„Viele Menschen wissen nicht, dass Darmkrebsfälle in der engsten Familie das Erkrankungsrisiko für nahe Angehörige deutlich erhöhen“, sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Dabei kann es gerade für Menschen aus dieser Risikogruppe lebenswichtig sein, die Möglichkeiten der gesetzlichen Darmkrebs-Vorsorge voll auszuschöpfen.“

Im Rahmen ihrer Initiative Familiärer Darmkrebs stellen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Informationen auf dem Patientenportal www.magen-darm-aerzte.de zur Verfügung. Hier finden Interessenten darüber hinaus Flyer sowohl für betroffene Darmkrebspatienten als auch für deren Angehörige. „Wir werden die Patienten in unseren Praxen verstärkt auf das familiäre Risiko bei Darmkrebs hinweisen und appellieren dabei auch an deren Verantwortung gegenüber ihren Eltern, Geschwistern und Kindern. Sie müssen die Information über das nicht zu unterschätzende Risiko weitertragen“, so Dr. Mainz.

Darmkrebs gilt im Allgemeinen eher als eine Erkrankung des Alters. Die Erstdiagnose wird im Durchschnitt mit 65 Jahren gestellt. Wenn jedoch aufgrund der Familiengeschichte ein erhöhtes Darmkrebsrisiko besteht, kann der Tumor auch schon sehr viel früher auftreten. Entsprechend empfehlen Magen-Darm-Ärzte im Einklang mit den wiederholten Hinweisen des Netzwerks gegen Darmkrebs wie der Felix-Burda-Stiftung Patienten mit Darmkrebs, Verwandte auf ihr erhöhtes Risiko hinzuweisen.

„Die erste Vorsorge-Darmspiegelung bei Menschen mit Darmkrebs in der Familie sollte zehn Jahre vor dem Erkrankungsbeginn des Angehörigen, spätestens aber im Alter von 40 bis 45 Jahren, erfolgen. D. h. wenn die Mutter mit 51 Jahren an Darmkrebs erkrankt ist, sollte die erste Darmspiegelung bei den Kindern mit 41 Jahren erfolgen“, erklärt Dr. Mainz. „Das ist eine sehr effektive und zuverlässige Methode, mit der Darmkrebs weitgehend ausgeschlossen, potenzielle Vorstufen vorsorglich entfernt oder ein vielleicht doch schon vorliegender Tumor rechtzeitig erkannt werden können.“

Darmkrebsmonat März – 15 Jahre Erfolgs-Screening

2017 jährt sich das gesetzliche Screening-Programm zur Darmkrebs-Vorsorge zum 15. Mal. Damals gelang es Logo Magen-Darm-Ärzte Vorsorgeder Felix Burda Stiftung und den medizinischen Fachgesellschaften, die Politik und die gesetzlichen Krankenkassen davon zu überzeugen, dass die Darmkrebsvorsorge intensiviert werden sollte. Am 1.10.2012 wurde die Vorsorge-Koloskopie in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen.

„Statistische Erhebungen belegen den Erfolg des Programms“, erläutert die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Die Zahl der Darmkrebserkrankungen geht zurück und die Sterblichkeit nimmt ab. Mit der Vorsorge-Koloskopie haben wir Ärzte erstmals ein Mittel in die Hand bekommen, um Krebs effektiv zu verhindern.“

Es gibt Risikogruppen, die besonders gefährdet sind, an Darmkrebs zu erkranken. Anlässlich des Darmkrebsmonats wollen die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte im Rahmen einer Aufklärungsoffensive die Aufmerksamkeit vor allem auf den familiären Darmkrebs lenken. „Bei Angehörigen von Darmkrebserkrankten steigt das Risiko, ebenfalls zu erkranken, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung auf das Zwei- bis Vierfache“, erklärt Dr. Mainz. „Gerade für diese Menschen ist eine vorsorgliche Darmspiegelung dringend zu empfehlen.“

Weitere Informationen zum Thema Darmkrebs sind auf dem Patientenportal der Magen-Darm-Ärzte unter www.magen-darm-aerzte.de hinterlegt. Dort finden alle diejenigen, die das Vorsorge-Angebot der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen möchten auch einen qualifizierten Facharzt in Wohnortnähe.

Kontroll-Koloskopien – Recall-System bewährt sich

Kontroll-Koloskopie

Recall-System bewährt sich

Wie lässt sich die Teilnahmerate bei KontrollKoloskopien steigern? Gastroenterologen in Herne setzen dafür auf ein Recall-System – mit Erfolg, wie ihre Daten belegen.

Von Marlinde Lehmann

HERNE. Lässt sich mit einem Recall-System, das im Wesentlichen auf einem direkten Anschreiben an die Patienten basiert, ein signifikanter Anteil der so kontaktierten Patienten überhaupt dazu motivieren, eine Praxis aufzusuchen? Und rechtfertigen die Ergebnisse dieser Praxisbesuche überhaupt den Aufwand, den alle Involvierten mit dem Recall haben?

38 Prozent hatten neue Adenome

Dr. Dietrich Hüppe, Gastroenterologe in Herne, beantwortet beide Fragen in Hinblick auf die Darmkrebs-Vorsorge per Koloskopie mit einem klaren „Ja“. Nach den Daten einer Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis in Herne erhöhe ein Recall-System die Inanspruchnahme einer nach initialer Koloskopie empfohlenen Verlaufskontrolle um über das 5-fache: Von 1367 in ein Recall-System aufgenommenen Patienten seien 149 (elf Prozent) ohne Anschreiben spätestens zum vorgesehenen Recall-Zeitpunkt zur Kontrolluntersuchung erschienen, weitere 643 Patienten nach dem Recall.

Und: Das in der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis Herne getestete Recall-System erscheine effektiv. Denn in der Risikogruppe derjenigen Patienten, bei denen eine Kontrolle nach Polypektomie von Adenomen indiziert war, seien bei 38 Prozent der Patienten nach drei Jahren erneut Adenome gefunden worden. Bei etwa fünf von Tausend Kontrolluntersuchungen sei sogar ein Intervallkarzinom entdeckt worden.

Wie funktioniert das Recall-System der Praxis in Herne?

Sind bei einer Endoskopie Polypen entfernt oder Biopsien gemacht worden, wird der Patient darauf hingewiesen, dass gegebenenfalls eine Kontrolluntersuchung nötig werden könnte. Das Ergebnis der Histologie gehe an den Hausarzt oder Überweiser, gegebenenfalls mit einer Empfehlung zur Kontrolle versehen, erläutert Hüppe (Z Gastroenterol 2016; 54: 512-513).

Bei der Befundbesprechung in der Praxis werde zugleich das mündliche Einverständnis des Patienten eingeholt, gegebenenfalls einen Recall aus der Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis anzunehmen. „Dieses Angebot wird von Patienten sehr positiv bewertet“, so Hüppe.

Nach Vorliegen der Histologie und der ärztlichen Bewertung wird das Kontrollintervall in der Praxissoftware hinterlegt. Stellt sich der Patient nach dem vorgeschlagenem Kontroll-Intervall nicht selbstständig oder auf Überweisung durch den Hausarzt vor, erfolgt innerhalb der nächsten drei Monate ein automatisiertes Anschreiben an den Patienten.

Dieses sei allgemein gehalten, den Patienten nicht erschreckend und verweise auf den Hausarzt als Berater, so Hüppe. Bei Adenomen erfolge der Recall üblicherweise nach drei Jahren.

Überdiagnostik wird vermieden

Die Briefe würden von besonders geschulten Mitarbeiterinnen erstellt. Dabei würden Patienten, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, im Allgemeinen nicht mehr angeschrieben, um eine Überdiagnostik zu vermeiden. Unter anderem werde auch die Tumornachsorge nach Kolonkarzinom gesondert erfasst.

Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge-Untersuchung wird bei zehn bis 30 Prozent der Untersuchten eine Darmkrebsvorstufe, ein Adenom festgestellt, erinnert Hüppe. Bei diesen Patienten sehen Leitlinien nach drei bis fünf Jahren eine Kontrolluntersuchung vor.

Quelle: Ärztezeitung

Eckart von Hirschhausen: Befürworter und Schirmherr Darmkrebsmonat 2017

Logo Stiftung Lebensblicke Darmkrebsmonat März 2017Ludwigshafen, 06.12.2016 – Die Stiftung LebensBlicke, Früherkennung Darmkrebs, konnte den Komiker, Autor und Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen als prominenten Befürworter ihrer Aktivitäten gewinnen. Zudem wird der medienbekannte Mediziner der neue Schirmherr für den Darmkrebsmonat März 2017 sein, dessen Motto lautet: „Keine bösen Überraschungen … – Information und Motivation zur Vorsorge und Früherkennung sind unser Ziel”
 
Dr. Eckart von Hirschhausen unterstützt die Stiftung mit dem Statement: „Bringen Sie Licht dorthin, wo die Sonne nie scheint! Mit einer Darmspiegelung kann Krebs früh erkannt und dann oft geheilt werden. Gerade wenn Sie jemanden in der Familie haben mit Darmkrebs, kann diese Untersuchung Ihr Leben retten. Gehen Sie zur Darmspiegelung – man gönnt sich ja sonst nichts!“
 
Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke ergänzt: „Die Regelversorgung sieht neben der Darmspiegelung auch den immunologischen Test auf nicht sichtbares But im Stuhl vor, der deutlich empfindlicher ist als der bisher eingesetzte Test.“
 
Dr. Eckart von Hirschhausen (Jahrgang 1967) studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden. Seit über 20 Jahren ist er als Komiker, Autor und Moderator in den Medien und auf allen großen Bühnen Deutschlands unterwegs. Durch die Bücher „Arzt-Deutsch“, „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“, „Glück kommt selten allein…“ und „Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist“ wurde er mit über 5 Millionen Auflage einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

Hinter den Kulissen engagiert sich Eckart von Hirschhausen mit seiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN für mehr gesundes Lachen im Krankenhaus, Forschungs- und Schulprojekte. Er ist ein gefragter Redner und Impulsgeber für Kongresse und Tagungen und hat einen Lehrauftrag für Sprache der Medizin. Als Botschafter und Beirat ist er für die „Deutsche Krebshilfe“, die „Deutsche Bahn Stiftung“, „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“, die Mehrgenerationenhäuser und „Phineo“ tätig und moderiert den „Ort der Begegnung“ für ehrenamtlich Engagierte beim Bürgerfest des Bundespräsidenten.

www.lebensblicke.de

Darmspiegelung nicht versäumen

Logo Magen-Darm-Ärzte - Darmspiegelung nicht versäumenDie US-Task-Force für Vorsorgeleistungen kommt nach einer Analyse aktueller Studien zu dem Schluss, dass beschwerdefreie Erwachsene mit durchschnittlichem Risiko im Alter von 50 bis 75 Jahren definitiv von einem Screening auf Darmkrebs profitieren. Nach Einschätzung der Task-Force lassen sich damit unter tausend untersuchten Personen gut 20 Darmkrebs-Todesfälle verhindern.

„Die Erkenntnisse der amerikanischen Kollegen gelten für eine Reihe von Screening-Methoden“, erläutert Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „In Deutschland empfehlen wir die Darmspiegelung, die hierzulande im Unterschied zu den USA wesentlich kostengünstiger durchgeführt werden kann. Die endoskopische Untersuchung des unteren Verdauungstraktes ist unbestritten die Methode mit der höchsten Sensitivität und Spezifität für das Aufspüren von möglichen Krebsvorstufen. Der besondere Vorteil besteht zudem darin, dass diese potenziell gefährlichen Veränderungen der Darmschleimhaut im Zuge der Untersuchung gleich entfernt werden können.“

Den Ergebnissen der amerikanischen Studie zufolge eignen sich auch andere Verfahren für eine effektive Früherkennung von Darmkrebs, wenn sie regelmäßig in vergleichsweise kurzen Abständen wiederholt werden. Die Magen-Darm-Ärzte weisen aber darauf hin, dass bei positiven Befunden auch dann immer eine Darmspiegelung erforderlich ist.

In Deutschland können gesetzlich Versicherte ab dem 50. Lebensjahr alle jedes Jahr einen Test auf Blut im Stuhl als Darmkrebs-Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen. Ab dem 56. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. Für Menschen, die erblich bedingt oder aufgrund von Erkrankungsfällen in der Familie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko haben, kann eine Darmspiegelung auch bereits vor dem 56. Lebensjahr geboten sein.

Die U.S. Preventive Services Task Force ist unabhängiges Gremium ehrenamtlich tätiger Experten für Prävention and evidenzbasierte Medizin, das einen jährlichen Bericht für den Kongress erarbeitet.

Quelle: http://www.magen-darm-aerzte.de/aktuell/darmkrebs-screening.html

Recall-System effektiv gegen Darmkrebs

Was nützt ein Recall-System?

Während einer Vorsorgekoloskopie wird bei 10 bis 30 Prozent der Untersuchten ein Adenom festgestellt. Diese stellen eine Darmkrebsvorstufe dar und bedürfen nach den Leitlinien der DGVS zum Kolorektalen Karzinom (zuletzt von 2014) einer Kontrolle nach drei bis fünf Jahren.
Wie kann man eine solche Überwachungsstrategie in der Praxis umsetzen und was ist das Ergebnis?
Wir haben es in unserer Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis in Herne ausprobiert.

Download des gesamten Artikels

Darmkrebs bei beiden Geschlechtern rückläufig

Die aktuellsten Datenanalysen des Zentrums für Krebsregisterdaten weisen für 2007 bis 2012 stagnierende Zahlen für Krebserkrankungen in Deutschland aus. Angesichts der demografischen Entwicklung ist dies als positiver Trend zu werten, zu dem insbesondere ein Rückgang der Darmkrebserkrankungen bei beiden Geschlechtern beiträgt.

Stagnierende Erkrankungszahlen bei einer gleichzeitig zunehmenden Anzahl von Menschen in den von Krebserkrankungen vordringlich betroffenen Altersgruppen verweist insgesamt eine rückgängige Rate der Neuerkrankungen. „Das Robert Koch-Institut unterstützt in seiner Kommentierung der vorliegenden Zahlen die Auffassung, dass der erfreuliche Trend wahrscheinlich auch ein Ergebnis der 2002 eingeführten Vorsorge-Darmspiegelung ab dem Alter von 55 Jahren ist“, betont Dr. Dietrich Hüppe,  Darmkrebs-Experte des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

Die aktuellen Daten zum Darmkrebs zeigen sowohl einen Rückgang der Diagnosehäufigkeit, aber insbesondere auch einen Rückgang der Todesrate in den letzten Jahren.
Die Magen-Darm-Ärzte sehen sich durch die Entwicklung erneut in ihren Bemühungen im Kampf gegen den Darmkrebs bestätigt. „Mit der Einführung der Vorsorgekoloskopie sind die Anforderungen an die Qualität und die Dokumentation der Untersuchung deutlich gestiegen. Der Berufsverband hat erheblich dazu beigetragen, dass die konsequente Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Investition in technisch-apparative Innovationen, Personalschulungen und Qualitätskontrollen für optimale Ergebnisse beim Darmkrebs-Screening sorgen“, erläutert Dr. Dietrich Hüppe.

„Der Gesetzgeber hat für 2016 ein Einladungsverfahren auf den Weg gebracht. Davon erhoffen wir uns einen positiven Schub, der die Inanspruchnahme weiter steigert und den Trend zu sinkenden Sterberaten verfestigt“, so der Darmkrebs-Experte. Demnächst sollen alle anspruchsberechtigten Versicherten schriftlich über die Vorsorgemöglichkeiten informiert und zum Darmkrebs-Screening eingeladen werden.